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Fahrzeug-Tests

Tesla Model S vs. Porsche Taycan: Der Reichweiten-Vergleich im Winter

Von Marcus Lindner, Geschäftsführer·5. Dezember 2024·8 Min. Lesezeit

Ein winterlicher Frostmorgen im Rhein-Main-Gebiet schrumpft die Reichweite von Elektroautos drastisch. Wir wollten es genau wissen und haben zwei sportliche Limousinen unserer Flotte auf die eisige Autobahn A3 geschickt. Hier sind die ungeschminkten Messdaten unseres Vergleichstests bei minus 3,4 Grad Celsius.

Die Teststrecke: 187 Kilometer auf der Autobahn A3

Am 04. Dezember um 06:15 Uhr morgens zeigte das Thermometer an unserer Frankfurter Vermietstation im Westend exakt minus 3,4 Grad Celsius. Für unseren winterlichen Härtetest wählten wir die vielbefahrene Autobahn A3. Die Strecke führte von der Auffahrt Frankfurt-Süd vorbei am Flughafen über das Wiesbadener Kreuz bis zur Ausfahrt Limburg-Nord und auf exakt demselben Weg wieder zurück. Das ergab eine dokumentierte Gesamtstrecke von genau 187,3 Kilometern.

Beide Oberklasse-Fahrzeuge starteten vollkommen ausgekühlt mit einem Batteriestand von exakt 91 Prozent direkt aus unserem Fuhrpark. Wir fuhren im fließenden Verkehr konstant mit einer Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, wann immer es die Verkehrslage und die Tempolimits im dichten Berufsverkehr des Rhein-Main-Gebiets zuließen. Auf dieser Strecke bewältigen Autos erhebliche Höhenunterschiede über die Ausläufer des Taunus. Solche Steigungen fordern die Elektromotoren bei Frost besonders stark. Wir haben bewusst auf künstliche Eco-Sparmodi verzichtet.

Die Teststrecke: 187 Kilometer auf der Autobahn A3

Vorkonditionierung und Heizungs-Setup im Vergleich

Batterien hassen Kälte, das ist ein einfaches physikalisches Gesetz. Um eine optimale Reichweite im Winter zu erzielen, ist das Vorwärmen des Akkus an der Steckdose der wichtigste Hebel überhaupt. Kleine Anmerkung am Rande: Wir haben beide Autos vor dem Start exakt 35 Minuten an unserer 22-kW-Wallbox in Frankfurt vorgewärmt. Das schont die Zellchemie und spart wertvolle Kapazität für die Autobahn-Kilometer, da der Strom für die Heizung direkt aus dem Netz gezogen wird.

Die Steuersysteme der beiden Hersteller gehen hier komplett unterschiedliche Wege. Während Tesla das Thermomanagement sehr aggressiv auf reine Effizienz trimmt, hält Porsche die Zelltemperatur des Taycan auf einem Niveau, das auch bei Kälte sofort maximale Leistungsabrufe erlaubt. Das kostet im ersten Drittel der Fahrt spürbar mehr Energie aus den Zellen. Erst nach etwa 47 Kilometern Fahrt auf der A3 pendelte sich die Temperaturkurve beim Porsche auf einem stabilen Niveau ein.

Das Vorwärmen an der Steckdose schont die Zellchemie und spart wertvolle Kapazität für die echten Autobahn-Kilometer.
Vorkonditionierung und Heizungs-Setup im Vergleich

Tesla Model S: Starke Reichweite dank hoher Batterie-Kapazität

Der Tesla Model S Dual Motor mit der 100-kWh-Batterie zeigte sich auf den Hügeln des Taunus extrem unaufgeregt. Nach der Ankunft an der Wendestelle in Limburg und der anschließenden Rückkehr nach Frankfurt lag der Durchschnittsverbrauch bei 21,8 kWh auf 100 Kilometer. Das ist für eine große Reiselimousine bei frostigen Bedingungen ein hervorragendes Ergebnis. Die Steuerungselektronik reduziert die Rekuperation bei Kälte anfangs spürbar, gibt sie aber nach 23 Kilometern Fahrstrecke wieder fast vollständig frei.

Mit diesem Verbrauch errechnet sich eine reale Winter-Reichweite von etwa 421 Kilometern bei konstantem Autobahntempo von 130 km/h. Der große Akku des amerikanischen Herstellers spielt hier seine volle Stärke aus. Wer morgens im Frankfurter Westend startet und wichtige Termine in Köln hat, schafft die gesamte Strecke ohne einen einzigen Ladestopp auf dem Weg. Strom ist inklusive bei all unseren Mieten, was die Routenplanung an den Superchargern zusätzlich erleichtert.

Porsche Taycan: Sportliche Performance fordert Tribut beim Verbrauch

Der Porsche Taycan 4S mit der großen Performance-Batterie Plus ging mit einer nutzbaren Netto-Kapazität von 83,7 kWh ins Rennen. Auf der windigen Autobahn-Runde genehmigte sich der Sportwagen aus Zuffenhausen im Schnitt 24,7 kWh je 100 Kilometer. Zugegeben, der Porsche liegt spürbar satter auf der Straße und bietet die dynamischere Straßenlage, fordert dafür aber auch seinen Tribut an der Steckdose. Besonders die breiten Winterreifen im 20-Zoll-Format erhöhten den Rollwiderstand auf dem kalten Asphalt spürbar.

Am Ende der 187,3 Kilometer meldete der Bordcomputer des Taycan eine rechnerische Restreichweite von exakt 118 Kilometern. Das entspricht einer Gesamtreichweite von rund 318 Kilometern unter diesen harten Winterbedingungen. Für die meisten geschäftlichen Termine im Rhein-Main-Gebiet zwischen Wiesbaden, Mainz und Aschaffenburg reicht das völlig aus. Fahrbereit in 15 Minuten steht das Auto nach einer kurzen Zwischenladung wieder für Sie an unserer Station.

Zugegeben, der Porsche liegt spürbar satter auf der Straße, fordert dafür aber auch seinen Tribut an der Steckdose.
Porsche Taycan: Sportliche Performance fordert Tribut beim Verbrauch

Ladezeiten am HPC-Schnelllader im Wintertest

Wenn der Akku leergefahren ist, entscheidet die Ladekurve über die verbleibende Wartezeit an der Raststätte. Hier wendet sich das Blatt komplett zugunsten des Porsche Taycan. Dank der modernen 800-Volt-Architektur zog der Taycan am HPC-Lader im Gewerbegebiet Limburg mit bis zu 212 kW Strom. Trotz des kalten Akkus dauerte der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent exakt 21 Minuten. Das ist ein Spitzenwert, der lange Kaffeepausen überflüssig macht.

Der Tesla Model S lud am Supercharger V3 in Wiesbaden mit maximal 178 kW im Peak. Da der Tesla mit einer klassischen 400-Volt-Plattform arbeitet, flacht die Ladekurve ab einem Füllstand von 50 Prozent schneller ab als beim Porsche. Insgesamt benötigte der Tesla für die gleiche Ladung von 10 auf 80 Prozent knapp 31 Minuten. Bei Koycebiz gilt: Keine versteckten Gebühren bei der Rückgabe. Sie können die Autos mit fast leerem Akku hinstellen, wir übernehmen das Laden.

Unsere Messungen zeigen eine durchschnittliche Ladezeit von 22,5 Minuten über alle Ladevorgänge hinweg, wenn der Akku vorher durch die aktive Navigation zu einer Ladesäule beheizt wurde. Das zeigt deutlich, wie wichtig eine kluge Routenführung im Winter ist. Wer einfach spontan eine Ladesäule ohne Vorkonditionierung ansteuert, verliert im Winter schnell 15 Minuten zusätzliche Wartezeit, weil die Elektronik den Ladestrom zum Schutz der kalten Akkuzellen drosseln muss.

Praktische Tipps für Ihre winterliche Geschäftsreise

Um die Effizienz auf winterlichen Langstrecken zu maximieren, empfehlen wir die gezielte Nutzung der Lenkrad- und Sitzheizung anstelle einer voll aufgedrehten Innenraumlüftung. Das Erwärmen der Luft im großen Innenraum verbraucht bis zu 4,8 kW Leistung pro Stunde, während die direkte Kontaktheizung der Sitze mit unter 0,3 kW auskommt. So gewinnen Sie auf Langstrecken problemlos 25 bis 38 Kilometer zusätzliche Reichweite, ohne im Auto frieren zu müssen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Reifendruck. Bei sinkenden Temperaturen fällt der Luftdruck im Reifen um etwa 0,1 bar pro 10 Grad Abkühlung. Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch um bis zu 4,7 Prozent. Unser Werkstatt-Team prüft vor jeder Fahrzeugübergabe den Reifendruck exakt bei der aktuellen Umgebungstemperatur. So garantieren wir, dass Sie mit optimalen Werten vom Hof rollen und keine Energie verschwenden.